Archive for the 'Fantasy' Category

[ Buchgedanken ] Alison Goodman: Eon

Titel der deutschen Ausgabe: Eona – Drachentochter (cbj 2010)

Genre: Fantasy
Verlag: Firebird (2010)
ISBN: 978-0142417119
Seiten: 576
Preis: [D] ca. € 7,70

In der Welt der Dragoneyes steht ein wichtiges Ereignis bevor. Der Jahreswechsel steht bevor, was bedeutet, dass ein neuer Drache die größte Macht erhält. In diesem Jahr ist der Drache im Zeichen der Ratte an der Reihe, was bedeutet, dass ein neuer Lehrling gebraucht wird. Eon trainiert seit Jahren für diesen Moment. Sein Meister hat ihn aus den Salzminen befreit und sein Leben errettet, um ihm die Möglichkeit zu geben, der nächste Lehrling des Rat Dragon und seines Dragoneye zu werden, denn Eon hat besondere Fähigkeiten, er kann alle Drachen des Zyklus sehen und zuweilen sogar mit ihnen kommunizieren. Doch kann er nicht so kämpfen wie seine Konkurrenten, leider er doch unter einer Verletzung, die ihm das Laufen erschwert. Außerdem wahren Eon und sein Meister ein Geheimnis: Eon ist ein Mädchen namens Eona und wenn dies öffentlich wird, sind beide in großes Gefahr…

„Eon“ ist eines der Bücher, die ich mir in Boston gekauft habe. Ich habe es auf dem Flug gleich begonnen und war vom Schreibstil, dem Setting und der Story gleich fasziniert. Wie ihr wisst habe ich dann wochenlang gejammert, dass meine Fantasylust verschwunden war, was aber meine Begeisterung über dieses Buch keinen Abbruch tut.

Ich hatte zunächst einige Bedenken, ob mir das Buch wirklich gefallen würde, da Drachen nicht zu meinen Lieblingswesen gehören und ich Drachenbücher bisher immer mäßig gut fand, doch Alison Goodman konnte mich eines besseren belehren. Die Handlung ist geprägt von der asiatischen Kultur, von Schwertkämpfen die an Samurai erinnern und von Meditation und innerem Bewusstsein. Ich habe dies beim Lesen als sehr interessant empfunden und meiner Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Die Hauptfigur Eon(a) ist wunderbar gezeichnet und man sieht ihre Probleme immer wieder zu verstecken, wer oder was sie wirklich ist. Teilweise ist sie vollkommen verzweifelt, doch gibt sie nie auf und strahlt dabei immer so viel Hoffnung und Wille aus, was mich sehr beeindruckt.

Die Nebenfiguren und Freunde von Eon(a) sind zudem auch sehr außergewöhnlich. So haben wir Lady Dela, eine Frau die eigentlich ein Mann ist, oder die Moonshadow (Eunuchen), die Bediensteten, den Prinzen, usw. All diese setzen all ihre Hoffnungen in Eon(a) und stehen ihr immer zur Seite, auch wenn sie von ihr enttäuscht werden.

Der Schreibstil von Alison Goodman ist wirklich angenehm zu lesen. Sie führt den Leser mit einem ziemlichen Paukenschlag in die Welt ihres Romans ein, schafft es aber alle Begriffserklärungen so in die Geschichte einzubinden, dass man als Leser sozusagen mit Eon(a) mitlernt. Dabei hilft auch, dass es in der Geschichte nur einen Handlungsstrang gibt, so dass man sich voll darauf einlassen kann.

Fazit:

Der erste Band rund um Eona und das Leben der Dragoneyes ist rundherum gelungen. Die Handlung ist spannend erzählt, die Figuren sind liebenswert und das Setting ist einzigartig. Ein toller Fantasysroman mit asiatischem Flair, der viel für den zweiten und letzten Band verspricht.

Bewertung:

(5/5)

Infos zur Reihe:

  1. Eon [EONA – Drachentochter]
  2. Eona [EONA – Das letzte Drachenauge]

 

Possibly Related Posts:


[ Rezension ] Julie Kagawa: The Iron King. The Iron Fey 01

The Iron King (Iron Fey, #1)

Titel der deutschen Ausgabe: Sommernacht. Plötzlich Fee 01 (Heyne 2011)
Band innerhalb der Reihe: The Iron Gey 01
Genre: Fantasy, Kinder-/Jugendbuch
Verlag: Harlequin Teen
ISBN: 978-0-373-21008-4
Seiten: 363
Preis: [D] ca. € 7,20

Worum geht’s?
Meghan Chase ist schon immer eine Außenseiterin und in den Augen der anderen etwas merkwürdig. Einzig ihr Bruder Ethan und ihr bester Freund Robbie sehen sie so wie sie ist und machen ihr Leben leichter. Kurz um ihren sechzehnten Geburtstag herum geschehen seltsame Dinge und Meghan fühlt sich von einem geheimnisvollen Fremden verfolgt. Als sich ihr Bruder Ethan dann auch noch komplett verändert, ahnt sie dass etwas nicht stimmt mit ihrer Welt. Mithilfe von Robbie findet sie heraus, dass Ethan gegen ein dämonisches Wechselbalg ausgetauscht wurde und Meghan will alles daransetzen ihren Bruder zu retten.
Gemeinsam mit Robbie macht sie sich auf in das Land der Feen, dass wunderschön anmutet, aber in dem zahlreiche Gefahren lauern und das politische Ränkeschmieden der beiden verfeindeten Courts das Land in zwei Hälften teilt. Eines davon wird von König Oberon regiert, der Meghans Vater ist und sie somit zu einer Halbfee macht…
Meine Meinung:
In The Iron King legt die Autorin einen wirklich guten ersten Band hin, der ohne langwieriges Einführen auskommt und alles, was der Leser wissen muss im Laufe der Geschichte erklärt. Da die Protagonistin Meghan selbst zum ersten Mal nach Nevernever – das Land der Feen -  reist erleben sowohl Protagonistin als auch Leser alles neu. Dabei schafft es Julie Kagawa die Moderne mit Computern, Internet und Ipods mit dem altbekannten, den Feen des Sommerhofes Oberon und Titania und dem allseits bekannten Puck zu verbinden. Dabei hat man nie das Gefühl, dass die Zusammenhänge nicht bestehen, sondern man kann alles wunderbar nachvollziehen.
Meghan ist eine liebendwerte junge Dame die von einem Abenteuer ins nächste stürzt und aus vollstem Herzen alles aufgeben würde nur um ihren Bruder zu retten. Dabei geht sie immer wieder Verträge mit den Wesen des Nevernever ein, die sie fest an diese binden. Diese Naivität macht sie aber auch so sympathisch, denn letztendlich bleibt ihr auch keine andere Wahl, wenn sie Ethan retten möchte.
Um ehrlich zu sein hatte ich mir von The Iron King eigentlich einen fantastischen Roman mit einer netten Liebesgeschichte erwartet und muss nun zugeben, dass dem nicht so ist. Natürlich fehlt auch hier eine Liebesgeschichte nicht, dennoch ist dies sehr zurückhaltend und auch erst ab der zweiten Hälfte des Buches überhaupt Thema. Viel stärker stehen die fantastischen Wesen, die Feen und das Abenteuer im Vordergrund, so dass man sich auch gerne auf das Buch einlassen kann, wenn man keine romantische Ader hat oder dies in Büchern einfach nicht mag.
Fazit:
The Iron King
ist ein toller, spannender Auftakt einer Trilogie und endet passend mit einem typischen Cliffhanger, der mich nach Band 2 lechzen lässt.

Als kleiner Tipp am Rande: Julie Kagawa hat auch Kurzgeschichten geschrieben, die sich zwischen den einzelnen Teilen einfügen. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass dies relevant ist um den weiteren Verlauf der Handlung zu verstehen. Für alle Interessierten: Die erste Kurzgeschichte ist Winter’s Passage.

Possibly Related Posts:


[ Rezension ] J.J. Bidell: Im Schatten des Mondlichts. Das Erwachen

Im Schatten des Mondlichts - Das Erwachen

Band innerhalb der Reihe: Im Schatten des Mondlichts 01
Genre: Roman, Fiction
Übersetzung: -
Verlag: Selbstverlag (2011)
ISBN: -
Seiten: 299
Preis: [D] € 4,99 [Kindle-Edition]

Worum geht’s? :
Naomi Roberts hat ihr Abitur in der Tasche und wartet nun darauf die Zusage einer Universität in den USA zu bekommen. Sie möchte dort Sport studieren und ihrem gewohnten Leben entfliehen, denn der Beschützerinstinkt ihrer Großmutter nimmt ihr die Luft zum Atmen. Als endlich eine Zusage einer Uni ins Haus flattert ist Leandra vollkommen außer sich und erzählt ihrer Enkelin ein streng gehütetes Familiengeheimnis, dass den Grund für ihr Verhalten erklären soll. Dieses besagt, dass eine ihrer Vorfahren ein Katzenmensch war und sich immer zum Vollmond in einen Panther verwandelte und nun auch Naomi dieses Schicksal ereilen könnte. Die junge Frau lässt sich von dieser haarsträubenden Geschichte nicht davon abhalten endlich das Land zu verlassen, jedoch ahnt sie nicht welch grausame Wahrheit in alten Legenden stecken können.

Meine Meinung:
Als mich die Autorin fragte, ob ich gerne ihr Buch lesen wollen würde war ich zunächst ein wenig skeptisch, denn es ist ausschließlich als Ebook erhältlich. Trotzdem las ich mir die Kurzbeschreibung und eine Leseprobe durch und die Geschichte die sich dahinter verbergen sollte, interessierte mich, so dass ich ihr zusagte. Gott sei Dank haben sich meine Zweifel nicht bestätigt und ich habe ein wirklich tolles Buch gelesen. Somit lasst euch gesagt sein, dass sich auch hinter Büchern die nur in elektronischer Form erschienen sind kleine Schätze verbergen können.
J.J. Bidell widmet sich in ihrer Geschichte dem derzeit recht beliebten Thema rund um Gestaltwandler und befreit sich allein schon durch die Wahl des Katzenmenschen von jeglichen Klischees. Wie viele vielleicht wissen kann ich mit Werwölfen (oder den Hunden, wie ich sie nenne) nicht viel anfangen, doch Katzen im allgemeinen und Raubkatzen im speziellen üben eine gewisse Anziehungskraft auf mich aus.
Naomi ist eine liebenswerte Protagonistin, die einem schon von der ersten Seite an ans Herz wächst und deren Geschichte wirklich berührt. Ich mag ihre leichte Naivität, aber auch ihre Stärke und ihre Freiheitsliebe sehr gern und finde sie in der Flut der anderen Frauen in fantastischen Romanen wirklich herrlich normal. Auch die zahlreichen anderen Figuren wie zum Beispiel Großmutter Leandra, aber auch zahlreiche Freunde die ihr im Laufe des Buches begegnen waren mir sehr sympathisch. Besonders interessiert hat mich auch Sam, bei dem man das Gefühl hat, dass mit ihm etwas nicht stimmt, doch leider ist es mir nicht möglich hier mehr zu verraten ohne zu spoilern. Lasst euch gesagt sein, dass Sam mich sehr überrascht hat und das Geschehen massiv beeinflusst.
Sprachlich hatte ich mit dem Buch zu Beginn der Handlung kleine Startschwierigkeiten. Teilweise kamen mir einige Passagen etwas zu kurz und ich hätte mir an der einen oder anderen Stelle ein bisschen mehr gewünscht, jedoch wird dies wettgemacht durch die authentischen Dialoge. Erzählt wird in der Regel aus Naomis Sicht, aber auch die beiden Männer Sam und Roman kommen „zu Wort“, so dass man einen anderen Blickwinkel auf die Geschichte werfen kann.

Fazit:
Im Schatten des Mondlichts – Das Erwachen
ist ein wirklich tolles Buch, das mir viele schöne Stunden beschert hat. Die Handlung ist spannend, der Mythos hinter den Katzenmenschen scheint mir neu und der Cliffhanger am Ende lassen mich nun sehnsüchtig auf den zweiten Band warten, der wohl bald erscheinen soll. Für alle Fans von Romane zu Gestaltwandlern und Menschen, die einem Ebook gegenüber nicht abgeneigt sind kann ich den Auftaktband dieser Reihe nur empfehlen.

Bewertung:

(4/5)

Possibly Related Posts:


[ Rezension ] Rainer Wekwerth: Damian . Die Stadt der gefallenen Engel

Inhalt:

Lara will eigentlich nur ein paar aufregende Tage in Berlin verbringen. Doch hinter der Fassade der Großstadt erbirgt sich eine Welt, in der Engel und Dämonen einen erbitterten Kampf austragen. Als Lara Damian kennen lernt und sich in ihn verliebt, weiß sie nicht, dass er dazu ausersehen ist, eine dunkle Prophezeiung zu erfüllen. Ein gut gehütetes Familiengeheimnis legt sich wie ein Schatten über sie – und bedroht nicht nur ihre Liebe zu Damian, sondern auch ihr Leben.

Meine Meinung:

Als Lara von ihrem Freund Ben verlassen wird, bricht für sie eine ganze Welt zusammen. In ihrem Liebeskummer kommt ihr eine Reise nach Berlin zu ihren Großeltern gerade recht. Das sie dort um ein Haar vergewaltigt und von einem schönen Unbekannten gerettet werden würde, ahnt sie nicht. Damian, ihr Retter, kommt so in ihr Leben und diese Begegnung ist nicht zufällig, denn hinter seinem Auftauchen steht ein grausamer Plan, der schon viele Jahre zuvor seinen Anfang genommen hat. Der Teufel höchst persönlich will Lara zu sich bringen, denn sie ist der Schlüssel zum Sieg in einem Kampf zwischen Himmel und Hölle.

Damian: Die Stadt der gefallenen Engel lockte mich natürlich vor allem mit seinem Titel an. Gefallene Engel? Luzifer? Höllenkreise? Diese Stichworte hatte ich mir erwartet, sie tauchten auch auf, aber dennoch wurde ich enttäuscht. Rainer Wekwerth, ein mir bis dato unbekannter Autor, erschafft mitten in Berlin eine Welt in der sich die Engel Gottes mit den dunklen Engeln Satans bekämpfen. Die Idee der gefallenen Engel kennen wir natürlich schon, jedoch wurde sie in anderen Büchern wesentlich stimmiger und intensiver umgesetzt. Die neun Kreise der Hölle werden immer wieder am Rande erwähnt, aber meine Vorstellungskraft angeregt hat dies leider nicht. Ähnlich empfand ich es auch bei der Darstellung des Schauplatzes Berlin. Zwar kenne ich die Stadt nicht wie meine Westentasche, aber für mich kam das Lebensgefühl der Hauptstadt überhaupt nicht rüber. Rein theoretisch hätte die Handlung auch in Frankfurt, München oder Buxtehude spielen können, ich hätte es nicht gemerkt.
Nun hängt ein Buch natürlich nicht nur vom Handlungsort, sondern auch und vor allem von seinen Figuren ab. Die Gefühlswelt der Protagonistin Lara wird von einem Mann beschrieben und ich finde, dass man dies auch gemerkt hat. Vergleicht man sie mit Figuren, die erstens männlich und zweitens zum Teil sogar nur Nebendarsteller sind, bleibt sie sehr flach. Von Sympathie oder Antipathie möchte ich gar nicht reden, eher von einer gewissen Langeweile. Mir fehlen bei Lara die Ecken und Kanten, die Narben die das Leben in ihr hinterlassen hat und die ihren Charakter geprägt haben. Die gefühlvollen Momente, in denen sie verzweifelt, sind emotional wenig aufgeladen und bleiben leider wenig im Gedächtnis.
Ihr Gegenpart Damian hingegen erscheint wesentlich tiefer gezeichnet und obwohl man zu Beginn wenig von seiner Vergangenheit erfährt, scheint man viel mehr von ihm zu wissen und ihn zu verstehen. Besonders interessant ist hier natürlich sein innerer Zwiespalt. Er muss den Auftrag seines Herrn ausführen, doch in ihm beginnt sich etwas zu verändern, als er Lara begegnet und sich in sie verliebt. Seine Geschichte hat mich angesprochen und mir die Freude am Lesen sehr erhalten.
Doch wenn ich schon bei den Figuren bin, muss ich die für mich am besten gezeichnete Figur nennen, denn obwohl der Autor sich nur wenig mit ihm beschäftigt, hatte ich den meisten Lesespaß, bei seinen Auftritten. Satan ist schlicht und ergreifend einfach richtig gut ausgearbeitet. Er ist eine Mischung aus der Reinkarnation des Bösen und einer unglaublich unterhaltsamen Figur, die sich gerne in die verschiedensten Charaktere verwandelt und sich als Frau in rosafarbenem Bademantel die Zehnägel lackiert. Bei seinen kurzen Auftritten habe ich ehrlich gesagt teilweise sogar richtig schmunzeln müssen.
Rückblickend betrachtet muss ich sagen, dass mich Damian im Großen und Ganzen eher enttäuscht hat. Die Handlung selbst ist in Ordnung, aber nicht überragend. Meiner Meinung nach hätte man das Ganze aber auch kürzer gestalten können, denn ich wusste schon nach 100 Seiten, was es mit Lara und ihrer Familie auf sich hat. Gut geraten oder zu offensichtlich? Der Handlungsaufbau hätte ebenfalls etwas besser sein können. Zum einen sind die Kapitel teilweise extrem kurz und greifen auf drei Seiten zwei oder mehr verschiedene Handlungsstränge auf. Zum anderen gibt es immer wieder Episoden, die das Leben der Dämonen und ihren Kampf gegen die Engel beschreiben, was die Handlung weder weiter fortbringt, noch sonst einen Zweck zu erfüllen scheint.
Zu guter Letzt muss ich leider auf den Preis zu sprechen kommen. Mal ganz ehrlich, €16,95,- für ein broschiertes Buch? Mein lieber Schwan, verglichen mit Hardcovern (z.B. Heaven von Christoph Marzi) schon eher im teuren Preissegment. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Zielgruppe die dieses Buch kaufen soll eher weniger Geld zur Verfügung hat.

Fazit:

Damian: Die Stadt der gefallenen Engel ist ein nettes Jugendbuch zum Thema Engel und sicher als Einstieg in dieses Thema gut geeignet. Für mich persönlich waren die Figuren leider zu flach gezeichnet und schlussendlich empfinde ich das Buch als nicht Fisch und nicht Fleisch. Trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten, würde es jedoch nicht noch einmal selbst kaufen, sondern eher schenken lassen.

Bewertung:

(3/5)

Details:

Titel der Originalausgabe: -
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Übersetzung: -
Verlag: Arena Verlag (2010)
ISBN: 978-3-401-06513-7
Seiten: 418
Preis: [D] € 16,95

Possibly Related Posts:


[ Rezension ] Kai Meyer: Die Wellenläufer

Klappentext:

Ein magisches Beben erschüttert die Küsten der Kariik. In den Piratenhäfen werden Kinder mit einem besonderen Talent geboren: Sie können über Wasser gehen.
Vierzehn Jahre später glaubt Jolly, dass außer ihr keine Wellenläufer mehr leben. Bis sie Munk begegnet. Auch er geht auf dem Meer – und kann aus Muscheln einen uralten Zauer wirken. Beide erwartet ein finsteres Schicksal: Mitten im Atlantik dreht sich ein gewaltiger Mahlstrom, dessen Boten Verderben über die Inseln bringen – und Jagd auf die Wellenläufer machen. Nur Jolly und Munk können den Strudel zwischen den Welten schließen. Aber der Weg ist lang, gefahrvoll und wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellen.

Meine Meinung:

Jolly ist eine Piratin durch und durch. Ihr Ziehvater Captain Bannon hat sie als kleines Mädchen auf einem Sklavenmarkt gekauft und sie mit offenen Armen bei sich aufgenommen. Doch als die Magere Maddy auf ein spanisches Schiff trifft, scheint das Unglück besiegelt. Vergiftet von Tausenden Spinnen kommt die Besatzung um und nur Jolly schafft es, sich auf hoher See zu retten, denn sie ist kein normales Mädchen. Mann nennt sie Wellenläufer oder auch Quappen, Kinder die über das Meer laufen können ohne zu versinken. Jolly hält sich für die einzige lebende Quappe, doch dann begegnet ihr Munk. Auch er kann übers Wasser gehen und er bedient sich auch noch der geheimnisvollen Muschelmagie. Als die Insel auf der Munk mit seinen Eltern lebt von geheimnisvollen Wesen heimgesucht wird, fliehen die beiden mit dem Geisterhändler, der ihnen ihre Bestimmung verrät. Im Atlantik dreht sich ein Mahlstrom, der das Verderben über die Karibik bringt und nur einer Quappe ist es möglich, ihn zu schließen und alle zu retten. Ein großartiges Abenteuer beginnt.

Kai Meyer ist einer meiner Lieblingsautoren und so habe ich mich sehr gefreut, als mir Katha den ersten Band der Wellenläufer-Trilogie zum Geburtstag geschenkt hat. Mit dem gleichnamigen ersten Band ist ihm ein grandioser Auftakt einer Jugendbuchreihe gelungen, die einiges zu bieten hat.
Hier gelingt es ihm in bester Manier bekannte Inhalte mit dem Fantastischen zu verbinden. Die Piraterie ist der Grundstein in dieser Reihe. Die Protagonistin Jolly wächst bei einem bekannten Piraten auf und der Leser erlebt bei seiner Reise durch die Karibik Seeschlachten, Prügeleien und das Spinnen von Intrigen. Der Jugendroman ließ mich in eine Abenteuerwelt abtauchen und ich musste immer wieder an einen Cartoon denken, der sich rund um eine Pirateninsel drehte. (Leider ist mir der Name entfallen, ich vermute es war eine Adaption der Schatzinsel.) Verknüpft mit der Idee, Kinder über das Wasser laufen zu lassen, bekommt der Roman einen fantastischen Ton, der sich wunderbar und stimmig mit dem Hintergrund der Piraterie verbindet.
Was mir bei den Büchern von Kai Meyer ebenfalls immer sehr gut gefällt ist, dass er immer wieder Figur auf Mythos oder Fabelwelt einfließen lässt. Hier erzählt er von Klabautermännern, die im seemännischen Aberglauben, als Seegeister gelten.
Die Handlung selbst wird auf einer leicht verständlichen und angenehmen sprachlichen Ebene erzählt und bietet einen auf das Ende abgestimmten Spannungsbogen. Der Roman steigt zwar zu Beginn schon actionreich ein, wird aber oft von Phasen der Ruhe durchzogen, die immer wieder in einen neuen Höhepunkt gipfeln. So hat der Leser weder das Gefühl durch die Handlung zu rasen, noch langweilt man sich bei zu ausschweifenden Beschreibungen der Landschaft oder der Schiffsroute.
In „Die Wellenläufer“ sind die Hauptprotagonisten Jolly und Munk, zwei Vierzehnjährige, die neben ihrer Fähigkeiten ganz normale Teenager sind. Erste Liebe, erster Kuss und die erste Eifersucht spielen ab und an eine Rolle und könnten in den Folgebänden vielleicht noch wichtiger werden. Jugendliche werden sich somit wunderbar in die Figuren hineinversetzen können, aber auch als erwachsener Leser habe ich eine schöne Beziehung zu den beiden aufbauen können. Unter den Nebenfiguren habe ich auch meinen persönlichen Liebling gefunden. So findet sich dort doch Buenaventure, ein Pitbullmann, der zuerst rohe Gewalt ausstrahlt, sich aber als ruhiger und herzensguter Freund erweist. Ob sich der Name auf das spanische Wort Glück bezieht, weiß ich nicht, nehme es jedoch an und finde es für diese Figur gut gewählt.

Fazit:

Der erste Band der Wellenläufer-Trilogie ist ein fulminanter Auftakt und Abenteuer- sowie fantastischer Roman zugleich. Kai Meyer ist ein wahrhafter Künstler und begeistert mich durch seine tollen Ideen und seine einzigartige Art zu schreiben. Für alle Fans des Autors nur zu empfehlen!

Bewertung:

(4/5)

Details:

Titel der Originalausgabe: -
Band innerhalb der Reihe: Die Wellenläufer Band 1
Genre: Fantasy, Jugendbuch
Übersetzung: -
Verlag: Loewe (2009)
ISBN: 978-3-7855-6456-1
Seiten: 377
Preis: [D] € 9,95

Possibly Related Posts:


[ Rezension ] Stephenie Meyer: Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl.Das kurze zweite Leben der Bree Tanner

Kurzbeschreibung des Verlages:

Bree Tanner ist eine der neugeborenen Vampire, die Victoria im dritten Band, “Bis(s) zum Abendrot”, zu einem dunklen Zweck erschafft. Bree schildert ihre Reise mit der Armee Neugeborener, die aufgebrochen ist, um Bella Swan und die Cullens zu vernichten …
Liebe, Furcht und unheilvolle Entscheidungen prägen vom ersten Augenblick an das kurze zweite Leben der Bree Tanner.

Meine Meinung:

Bree Tanner lebt seit drei Monaten in der Welt der Vampire und versucht ihren ungeheuren Blutdurst zu stellen. Gemeinsam mit einer Gruppe von weiteren Neugeborenen lebt sie unter dem Schutz Rileys, der sie auf einen Kampf vorbereitet. Einen Kampf gegen die Cullens, mit denen ihre Schöpferin Victoria noch eine Rechnung offen hat. Bree lernt schließlich Rileys Vertrauten Diego kennen und die beiden machen eine Entdeckung die ihr Leben verändert.

Das Ende der Geschichte ist bekannt, so dass eine Inhaltsbeschreibung dieser Kurzgeschichte recht schwer fällt. Stephenie Meyer hat sich vor einiger Zeit mal gedacht, wie es wäre aus der Sicht eines Vampirs zu beschreiben, der nicht vegetarisch lebt und dessen Blutdurst unstillbar scheint. So hat sie sich Bree genauer vorgenommen und erzählt nun aus ihrer Sicht die Tage vor dem großen Kampf gegen die Cullens bis zu ihrem Tod.

Das Leben der Neugeborenen kennen zu lernen ist mal etwas anderes, aber leider nicht wirklich spannend erzählt. Die Kurzgeschichte strotzt nur vor sich wiederholenden Beschreibungen der Bösartigkeit der anderen neuen Vampire, so dass ich das Buch mehrmals entnervt zur Seite gelegt habe.
Dabei hat die Handlung richtiges Potential, denn die Freundschaft die sich zwischen Bree und Diego entwickelt und ihre gemeinsamen Erlebnisse versprechen viel, kommen jedoch leider viel zu kurz. Dies jetzt auf die Gattung zu schieben finde ich nicht passend, da ich schon Kurzgeschichten gelesen habe, die wesentlich tiefgründiger erzählt sind und bei denen man nicht das Gefühl hat unbefriedigt zurück gelassen zu werden.
Bree selbst bleibt mir trotz der personalen Erzählung fremd. Es scheint mir sogar so, dass Frau Meyer nur aus der Sicht des gleichen Frauentyps erzählen kann, denn Bree und Bella weisen doch einige Gemeinsamkeiten auf. Das Weinerliche, das mich an Bella oftmals störte, ist bei Bree wesentlich ausgeprägter und genau das ist es, was man bei einer Neugeborenen nicht erwartet. Die Intention der Autorin scheint hier zu sein, ihrer Ich-Erzählerin mehr Menschlichkeit einzuhauchen, so dass man als Leser Mitleid für sie empfindet und sie ins Herz schließt.
Der Endkampf ist nicht genauer beschrieben als in Eclipse, doch war sehr schön diesen noch einmal aus einer anderen Sicht zu lesen. Das Wiedersehen mit unseren alten Bekannten ist sehr schön und es fühlt sich ein wenig an wie „Nachhausekommen“ in die Welt der Cullens.

Fazit:

Selbst für eingefleischte Fans ist die Kurzgeschichte rund um Bree Tanner kein Muss. Wer gerne einmal die Sicht eines Neugeborenen kennen lernen will, wird hier vielleicht beigeistert sein. Mich persönlich hat Biss zum ersten Sonnenstrahl weder überzeugt, noch war es ein komplettere Reinfall.

Bewertung:

(3/5)

Details:

Titel der Originalausgabe: The Short Second Life of Bree Tanner: an Eclipse novella
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Fantasy, Jugendbuch
Übersetzung: Katharina Diestelmeier
Verlag: Carlsen (2010)
ISBN: 978-3-551-58200-3
Seiten: 203
Preis: [D] € 15,90

Possibly Related Posts:


[ Rezension ] Kristin Cashore: Fire

Klappentext:

Fire’s exceptional beauty gives her influence and power. People who are susceptible to it will do anything for her attention, and for her affection. If she wished, they would abuse their power, crush nations and even destroy their own kingdoms to please her.
But beauty is only skin deep, and beneath it Fire has a human appreciation of right and wrong. Aware of her ability to influence others, and afraid of it, she lives in a corner of the world away from people – not only to protect them but also to protect herself from their attention, their distrust, and even their hatred.
Yet, Fire is not the only danger to the Dells. If she wants to protect her home, if she wants a chance to undo the wrongs of the past, she must face her fears, her abilities, and a royal court full of powerful people with reason to distrust her.
Beauty is a weapon – and Fire is going to use it.

Meine Meinung:

Die junge Frau Fire ist ein Monster. Ein menschliches Monster und das letzte ihrer Art. Gemeinsam mit Brocker und dessen Sohn Archer lebt sie im Norden der Dells, einer Region nahe der sieben Königreiche. Die junge Frau zeichnet sich vor allem durch ihre atemberaubende Schönheit aus, der sich kein Mensch widersetzen kann. Dies ermöglicht ihr auch, in die Gedanken anderer Menschen einzutreten und diese nach ihren Wünschen verändern zu können. Doch Fire hat Skrupel diese Waffe zu benutzen, denn ihr brutaler Vater hat einst, mit dieser Macht, Angst und Schrecken im Königreich verbreitet.
Als sie bei einer Begegnung mit dem König Nash und seinem Bruder Brigan ein fremdes Bewusstsein in den Gemächern der Majestät spürt, sieht Nash seine Chance, Fires Macht für seine Zwecke zu nutzen. Allerdings hat sie große Skrupel, andere Menschen mit ihren Gedanken zu manipulieren. Doch es steht ein Krieg vor der Tür an dem die Dells zu zerbrechen drohen. Wie wird Fire sich entscheiden?

Selten habe ich ein Buch gelesen, was mir so unnötig vorkam. Fire ist kein Nachfolger zu Graceling, siedelt sich aber in der benachbarten Region The Dells an. Nachdem mir Graceling recht gut gefallen hatte, habe ich mich auch sehr auf dieses Buch gefreut, doch ahnte ich nicht was mich erwartet.

Eigentlich kann man sagen, dass Fire und Graceling mehr oder weniger das gleiche erzählen. De Protagonistin Katsa aus Graceling hat zwei verschiedenfarbige Augen und ist somit eine Beschenkte, die mit Argwohn von den Normalsterblichen betrachtet wird. Zudem ist sie eine selbstbewusste, starke junge Frau, der diese Gabe auch verhasst ist.Fire ist ein Monster mit leuchtend roten Haaren. Sie kann anhand ihrer Gedanken den Willen von Menschen brechen und zu ihren Gunsten verändern. Auch sie möchte ihre Gabe nicht gern gebrauchen, da sie Angst hat so zu werden wie ihr Vater. Klingelts?! Ein und derselbe Schmu…Doch das hätte mich noch nicht mal so gestört, wenn es nicht noch mehr Parallelen geben würde, die ich hier gerne aufzählen werde…

Beide Hauptpersonen haben jeweils einen Jugendfreund, der unsterblich in sie verliebt ist, deren Liebe beide allerdings nicht erwidern. Zudem kommt dann ein „adliger“ Jüngling, der sich ihnen erst etwas distanziert gegenüber verhält, dann aber wie durch ein Wunder seine Liebe zu Katsa/Fire entdeckt. Daraus entsteht in beiden Büchern eine tolle Dreiecksbeziehung, bei der der Jugendfreund natürlich verliert.

Und dann noch das Offensichtlichste. Beide Damen haben unheimliche Angst davor ihre Gabe/ihre Monster-Gene an ein eventuelles Kind weiterzugeben, so dass sie sich dazu entschließen keine Kinder zu bekommen. Lustigerweise tritt in beiden Büchern jeweils ein kleines Mädchen auf, dass sich der Liebe der entsprechenden Protagonistin gewiss sein kann. Somit wird ihr immer wieder vor Augen gehalten, dass sie ja keine Kinder bekommen möchte und welch Verlust ihr dadurch entsteht.

Ich denke man kann meinen ausschweifenden Aussagen schon entnehmen, was ich von „Fire“ halte. Es sind die gleichen zwischenmenschlichen Situationen, die gleichen Sorgen und Probleme eingebettet in eine andere Haupthandlung rund um einen erbitterten Krieg. Leider lässt auch diese an Spannung zu wünschen übrig. Ich hatte das Gefühl Frau Cashore hat keine Ahnung wo sie eigentlich hin will und als es schließlich zur Auflösung kommt geht alles so schnell, dass man gar nicht weiß, wie einem geschieht.

Und als ob das nicht genug wäre trägt die Autorin noch dicker auf. Im Endeffekt ist jeder mit jedem verwandt und ich würde mich nicht wundern, wenn irgendwann noch herauskommen würde, dass Katsa aus Graceling die Tochter von XYZ ist.
Einzig und allein der Prolog und der dritte Teil des Buches, lassen einen Zusammenhang zwischen beiden Büchern erkennen, der interessant erscheint und im Bezug auf den dritten Band, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob ich ihn überhaupt lesen werde, etwas Hoffnung aufkeimen lässt.
Es fällt mir wirklich schwer überhaupt einen positiven Aspekt zu finden. Wenn ich ganz tief in mich hineinhorche, dann fand ich die Figur des Brigan recht spannend und auch schön gezeichnet. Seine Geschichte hätte mich ohne diese sehr vorhersehbare (weil ja schon einmal gelesene) Liebesgeschichte sehr berührt und man hätte wesentlich mehr aus diesem Charakter herausholen können.
Ein weiteres Ärgernis ist, dass das Buch trotz vorsichtiger Behandlung auseinanderfällt. Da kann selbst das Cover noch so hübsch sein…Die Qualität englischer Bücher ist leider nie so besonders gut, aber das hat den Bogen doch überspannt.

Fazit:

Dieses Buch hätte sich Frau Cashore wirklich sparen können. Ich sehe absolut keinen Sinn darin es gelesen zu haben und finde die Wiederholung der Geschichte einfach nur nervig. Stattdessen hätte die Autorin sich lieber auf den dritten Teil der Reihe konzentrieren sollen, in dem es wieder mehr um die Beschenkten geht UND wenn es denn unbedingt nötig war die Dells einzuführen, eventuell einen Teil der Handlung dort spielen zu lassen. Ich würde das Buch nur eingefleischten Fans von Graceling empfehlen. Alle anderen werden vermutlich genau so viel Freude daran haben wie ich.

Bewertung:

(1.5/5)

Details:

Titel der Originalausgabe: Fire
Band innerhalb der Reihe: The Seven Kingdoms 2
Genre: Fantasy
Übersetzung: -
Verlag: Orion Publishing Group (2009)
ISBN: 978-0-575-08512-1
Seiten: 334
Preis: [UK] £12,99

Possibly Related Posts:


[ Rezension ] Trudi Canavan: Sonea. Die Hüterin

Es handelt sich hierbei um ein Sequel zur Trilogie Die Gilde der Schwarzen Magier, so dass es wichtig ist vor dem Lesen dieser Rezension die Vorgänger zu kennen.

Klappentext:
Sonea ist die mächtigste Magierin von Kyralia.
Dennoch ist sie nicht imstande, ihren eigenen Sohn zu beschützen.
Eigentlich wollte der junge Lorkin nicht mehr als endlich aus dem Schatten seiner Mutter Sonea treten. Doch den Weg, den er dazu wählt, führt ihn in die Arme der Schwarzen Magier von Sachaka – Soneas schlimmsten Feinden.

Meine Meinung:
20 Jahre sind nach der Ichani-Invasion  und Akkarins Tod vergangen. Sonea trauert seit dieser Zeit und hat mit den strengen Regeln, die ihr von der Gilde auferlegt wurden zu kämpfen. Den einzigen Halt bieten ihr alter Freund und Mentor Lord Rothen und ihr Sohn Lorkin. Dieser jedoch versucht verzweifelt sich von seiner Mutter zu lösen und endlich seinen eigenen Weg zu gehen.
Als Lord Dannyl den Posten als Botschafter in Sachaka übernehmen soll, sieht Lorkin seine Chance und meldet sich freiwillig als sein Gehilfe. Sonea versucht dies zu verhindern, denn sie ahnt, dass Lorkin dort als Sohn des Mörders eines Ichani, eine große Gefahr droht. Als ihr dies nicht gelingt stürzt sie sich tiefer als sonst in ihre Arbeit in der Gilde. Während dann auch noch die Familie ihres Jugendfreundes Cery ermordet wird und eine wilde Magierin in den Kreis der Verdächtigen gerät, muss Sonea sich entscheiden. Soll sie sich weiter den Einschränkungen der Gilde beugen oder sich dem widersetzen und selbst Jagd auf die wilde Magierin machen?
Gleich vorweg muss ich sagen, dass mich der erste Teil der neuen Trilogie von Trudi Canavan ein wenig enttäuscht hat. Meine Erwartungen waren sehr hoch, denn die Vorgänger sind (ausgenommen von Magie) alles Bücher, bei denen ich nächtelang gelesen habe, um zu erfahren wie es ausgeht. Demnach bin ich doch etwas voreingenommen an die Sache heran gegangen und erst, als ich die Erwartungen abgelegt hatte konnte mich dieses Buch auf seine Art in seinen Bann ziehen.

Sonea – Die Hüterin weist den für Trudi Canavan typischen Schreibstil auf. Ihre Kapitel haben eine angenehme Länge und beschreiben jeweils drei bis vier Handlungsstränge. Im Vordergrund stehen hierbei die Geschehnisse rund um Sonea und Cery in Kyralia und die Reise von Dannyl und Lorkin nach Sachaka. So gestaltet erscheinen die Kapitel sehr kurzweilig, denn wenn man mit einem der Charaktere wenig anfangen kann, weiß man doch, dass man bald noch etwas Neues von seinen Lieblingsfiguren erfährt. Diese Art der Erzählung ermöglicht es dem Leser außerdem die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und eint zwei große Handlungsschwerpunkte.
Die Idee zum Sequel ist gut gewählt. Nachdem man die gefährlichen Sachakaner in den Vorgängerbänden kennen gelernt hat, erfährt man hier eine friedliche, beinahe freundschaftliche Seite der Sklavenhalter. Man lernt die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den beiden Ländern sehr gut kennen, die sich nicht nur auf die Sklaverei stützen, sondern auch einige positive Aspekte besitzen. Gerade in den Teilen rund um Soneas Sohn Lorkin hat man das Gefühl, dass Frau Canavan eine Brücke zwischen den beiden ehemaligen Feinden schlagen möchte, so dass alle voneinander lernen können.
Trotz der guten Idee fehlte es mir leider an der Umsetzung. Lorkin ist als Sohn Sonea ihr sicher recht ähnlich, aber es fehlte mir über das ganze Buch hinweg eine gewisse Tiefe des Charakters. Es war mir nicht möglich eine Beziehung zu ihm aufzubauen und ich habe sein Verhalten zum Teil nicht verstanden. Diese Abschnitte zu lesen, ist mir vor allem zu Beginn schwer gefallen, denn ich habe mich mehr auf die alten Bekannten Cery, Sonea und vor allem Dannyl gefreut. Schade finde ich es auch, dass Lord Rothen zu Gunsten Lorkins sehr stark in den Hintergrund gerückt ist. Er war mir immer der Liebste und ich finde es schade zu sehen, dass er nur noch wenig Aufmerksamkeit bekommt und zweitweise ein wenig traurig wirkt. Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende Spannung. Nachdem ich Magie gelesen hatte, hatte ich schon ein wenig Sorge, dass die Autorin ein wenig nachgelassen hat, was ihre Spannungsbögen angeht, aber so richtig geglaubt habe ich nicht daran. Leider hat sich diese Sorge nun doch bewahrheitet. Es fehlte einfach dieser mitreißende Effekt ihrer anderen Romane, so dass ich sehr lang für die Lektüre gebraucht habe und auch scheint alles Vorhersehbar, so dass ich einige Auflösungen schon sehr früh erraten konnte.

Nichtsdestotrotz ist der Auftakt der neuen Reihe nicht schlecht und macht Lust auf die Nachfolger, schließlich lässt die Autorin sowohl Soneas als auch Lorkins Handlung offen, ohne dass man das Gefühl hat unbefriedigt zurück gelassen zu werden.

Zu guter Letzt muss ich noch anmerken, dass mir beim Lesen das Lesebändchen herausgerissen ist. Ich habe weder daran gezogen oder gezerrt, sondern ich hielt es beim Aufschlagen des Buches plötzlich in meinen Händen. Ich finde so etwas sehr schade und gerade bei teuren Hardcovern erwartet man doch eine einwandfreie Verarbeitung.

Fazit:
Sonea- Die Hüterin ist ein netter Auftakt der neuen Reihe von Trudi Canavan. Für Fans der Reihe ist es schön, endlich wieder von alten Bekannten zu lesen und einmal etwas mehr über das Land Sachaka zu erfahren. Auch wenn es genau wie Magie nicht an Die Gilde der Schwarzen Magier heranreichen kann, ist es ein Buch, dessen Lektüre man nicht bereut.

Bewertung:

(3.5/5)

Details:

Titel der Originalausgabe: The Ambassador’s Mission
Band innerhalb der Reihe: The Traitor Spy 1
Genre: Fantasy
Übersetzung: Michaela Link
Verlag: Penhaligon (2010)
ISBN: 978-3-7645-3041-9
Seiten: 575
Preis: [D] € 19,95

Possibly Related Posts:


[ Rezension ] Bernhard Hennen: Die Elfen

Klappentext:

Menschen fürchten sie wegen ihrer scheinbaren Kaltherzigkeit, Zwerge meiden sie wegen ihrer Überheblichkeit und Orks und Trolle sehen in den sagenumwobenen Wesen eine schmackhafte Beute, die es zu erjagen gilt.
Doch wie sind die Elfen wirklich? Und was ist ihre Bestimmung?
Dies ist das Abenteuer der Elfen Farodin und Nuramon, die, mit magischen Schwertern gerüstet, in den Kampf gegen einen Dämon ziehen – und erfahren müssen, dass das Schicksal der Elfenwelt in ihren Händen liegt.

Meine Meinung:

Mandred, der Jarl von Firnstayn gerät auf seiner Flucht vor dem Manneber in die Welt der Elfen. Die Königin Emerelle weiß von seiner Anwesenheit und an ihrem Hof bittet er sie sein Dorf vor der geheimnisvollen Kreatur zu retten. Der Preis für die Elfenjagd ist jedoch hoch, denn als Gegenleistung muss er ihr seinen erstgeborenen Sohn versprechen. Gemeinsam mit Nuramon und Farodin, zwei Elfen die um die Gunst der Zauberin Noroelle buhlen, macht er sich auf den Weg. Als sie schließlich Zurückkehren ist sehr viel Zeit vergangen und Noroelle ist verschwunden. Gemeinsam mit Mandred ziehen die Elfen aus, ihre Liebste zu befreien.

„Die Elfen“ sind mir schon länger ein Begriff, jedoch haben mich erst die beiden großen Fans der Reihe, Seychella und Katha, davon überzeugt, diese Reihe zu beginnen. Ich muss zugeben, dass mich das Buch von Anfang an in seinen Bann gezogen hat. Man taucht vollkommen in diese fantastische Welt ein und kann somit der Realität für ein paar schöne Lesestunden entfliehen.
Ausführliche Beschreibungen der Landschaften und auch der Figuren machen es dem Leser leicht, sich auf die Geschichte einzulassen. Durch eine beinahe schon poetische Sprache hat man viele Bilder vor Augen, so dass man von jedem Baum, jedem Stein und jedem Gesicht ein bestimmtest Bild hat.
Besonders spannend empfinde ich, dass Nuramon, Mandred und Farodin durch ihre Reise über Albensterne nicht an Raum und Zeit gebunden sind. Haben mich die teilweise sehr großen Zeitsprünge zuerst irritiert, war es später spannend zu erfahren, was in der Zwischenzeit alles geschehen ist und welch Ereignisse die drei verpasst haben. Herr Hennen beweist dadurch, dass er eine komplexe Welt mit vielen Handlungssträngen geschaffen hat und gibt dem Roman mehrer Dimensionen.
Hauptaugenmerk liegt hier natürlich auf der Suche nach Noroelle, deren Geschichte sehr tragisch ist. Die beiden Liebenden Nuramon und Farodin verbindet trotz des Konkurrenzkampfes eine wunderbare Freundschaft, die sich auf ihrer Suche mehr verfestigt. Durch die vielschichtige Darstellung der Charaktere leidet man förmlich mit und hat das Gefühl eine lange Reise angetreten zu sein.

Fazit:

Bernhard Hennens Elfenwelt hat mich vollkommen in seinen Bann gezogen und ich bereue nicht dieses Buch gelesen zu haben. Die poetische Sprache und die spannenden Handlungsabläufe, machen das 900 Seiten starke Buch sehr kurzweilig. Sicherlich nicht mein letztes Buch aus dieser Reihe.

Bewertung:

(4/5)

Details:

Titel der Originalausgabe: Die Elfen
Band innerhalb der Reihe: Elfen Zyklus 01
Genre: Fantasy
Übersetzung: -
Verlag: Heyne Verlag (2004)
ISBN: 978-3-453-53001-0
Seiten: 910
Preis: [D] € 14,00

Possibly Related Posts:


[ Rezension ] Nina Blazon: Faunblut

Klappentext:

Seine Haut roch nach Wald und Winter. Nach Moosen und Farn, und ein wenig auch nach Schnee. Es war ein Duft, der sie schwindlig machte und verwirrte.
Jade und Faun -  die Geschichte einer unmöglichen Liebe in einer Stadt am Rande der Zeit.

Meine Meinung:

Jade lebt mit ihrem Vater Jakub und der Köchin Lilinn im Hotel Larimar. Ihre Stadt wird regiert von der eisernen Lady Mar, die mit fester Hand das Volk im Zaume hält. Die Menschen fürchten sie und ihre  grausamen Jäger.
Als sie an einem Abend zwei Echos begegnet, beginnt sich ihr Leben für immer zu verändern. Die Echos sind gefürchtet und stehen unter Verdacht die Menschen der Stadt getötet zu haben. Doch Jade erkennt an ihnen plötzlich beinahe menschliche Züge, was sie zunehmend verunsichert. Um der Lage Herr zu werden lässt die Lady zwei Nordländer kommen, die sich gegen die Echos stellen sollen, um ihrer Menschenjagd ein für alle mal ein Ende zu bereiten. Unter ihnen ist auch Faun, ein arroganter, geheimnisvoller junger Mann, der von nun an mit seinem Herrn Tam im Hotel Larimar lebt. Im Gepäck haben sie seltsame Tiere, von denen große Gefahr ausgeht. Jade fühlt sich auf eine gewisse Art und Weise zu Faun hingezogen und es entwickelt sich eine heimliche Liebesgeschichte zwischen den beiden. Doch dann erfährt sie, dass die Morde nicht von den Echos, sondern von Menschenhand ausgeführt werden. Sie entscheidet sich gegen die Lady zu kämpfen, auch wenn sie ihre Liebe dadurch gefährdet.

Das letzte Buch, was ich in einem Rutsch ausgelesen habe ist schon eine Weile her und somit spricht dies eindeutig für diesen Roman. Nina Blazon fesselt ihre Leser von Beginn an und die Geschichte und die schöne Sprache lassen einen sofort in der fremden Welt versinken.

Die Charaktere werden lebendig, authentisch und liebevoll gezeichnet. Sie alle haben ihre guten und schlechten Seiten und jeder einzelne scheint ein Geheimnis in sich zu tragen. Gerade in der Beziehung zwischen Faun und Jade wird dies schnell zu einem Problem. Sie lieben sich, doch sie vertrauen einander nicht wirklich. Die Geheimnisse bestimmen ihr Leben und nur in den Nächten schaffen sie es, sich von allem loszusagen und sich ihre Zeit zu nehmen.
Gerade Faun ist eine sehr faszinierende Persönlichkeit. Die magische Anziehungskraft, die trotz seiner Arroganz von ihm ausgeht, steht vollkommen im Gegensatz zu seiner Sensibilität und Emotionalität, wenn er mit Jade zusammen ist. Doch gerade diese Zweigesichtigkeit macht ihn so liebenswert, denn die Autorin hat aus ihm nicht einen glänzenden, wunderschönen Helden gemacht, der die Herzen der Frauen im Sturm erobert, sondern ihrer Figur Tiefgang gegeben. Diesen findet man in jeder einzelnen Person wieder, die dem Leser auf dem Weg durch das Buch begegnet, so dass sie ohne Stereotype auskommt.

Obwohl die Liebesgeschichte sehr ergreifend und realistisch erzählt wird, habe ich mir ab und an ein wenig mehr Zeit mit Jade und Faun gewünscht. Das war, bevor ich den Schluss kannte. Rückblickend kann ich nun sagen, dass Frau Blazon die Geschichte genau so erzählt hat, wie sie sein musste. Hätte sie Jade und Faun mehr Raum gegeben, hätte das den Verlauf der Geschichte stark beeinflusst und das Ende wäre nicht mehr logisch gewesen.

Der Gedanke hinter dieser Geschichte ist wirklich fantastisch. Die Liebesgeschichte ist die Bühne für die Konflikte, die die Stadt seit 20 Jahren beuteln. Bis zum großen Showdown am Ende, weiß der Leser nicht, wie die einzelnen Puzzleteile sich zusammenfügen werden. Dies hält die Spannung bis zum Schluss, was mich dazu gebracht hat, das Buch sofort in mich aufzusaugen. Weglegen? – Keine Chance.

Fazit:

Nina Blazon ist mit Faunblut ein großartiger Fantasyroman gelungen. Die Geschichte bietet die richtige Mischung aus Romantik, Tragik, Spannung und Fantasie, so dass der Leser vollkommen in der Welt verschwindet und erst nach der letzten Seite glücklich wieder auftaucht.

Bewertung:

(5/5)

Details:

Titel der Originalausgabe: -
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Fantasy, Kinder- und Jugendbuch
Übersetzung: -
Verlag: cbt (2008)
ISBN: 978-3-570-16009-1
Seiten: 478
Preis: [D] € 18,95

Possibly Related Posts: