Klappentext:
Andalusien im 15. Jahrhundert: Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe – Kämpfe, die auch das Lebern der jungen Zahra nicht unberührt lassen. Als Hofdame und enge Vertraute Aishas, der Hauptfrau des Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel aus Intrigen und rücksichtslosen Machtkämpfen. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Kastilier Gonzalo – eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt…
Meine Meinung:
Zahra ist ein junges Mädchen aus gutem Hause. Sie lebt in Granada und ist seit einiger Zeit, trotz ihrer Jugend, die engste Vertraute der ersten Frau des Emirs. Verstoßen von ihrem Mann, mit ihrem Sohn im Exil und mit den Lasten des untergehenden maurischen Reichs auf ihren Schultern, bewegt Aisha Zahra zu unmöglichen Taten. Zudem rücken die Kastilier immer näher und versuchen das, was von Al Andalus übrig geblieben ist, zurück zu erobern um Spanien wieder zu einen. Das Zahra sich in dieser schweren Zeit auch noch in einen Christen verliebt, erschwert ihre Situation zusehends. Gefangen zwischen der Liebe zu ihrer Heimat und der Liebe zu einem Mann, greift Zahra in die Geschichte des maurischen Reiches ein.
Als Lea Korte mir anbot, ihren neusten historischen Roman zu lesen und zu rezensieren, konnte ich natürlich nicht widerstehen. Somit möchte ich vorab noch einmal bei ihr bedanken!
Bedingt durch mein früheres Studium der spanischen Literaturwissenschaften, bin ich schon häufiger mit der Conquista und der Reconquista in Berührung gekommen. Dort wurde die Geschichte nur aus der Sicht der Spanier betrachtet, so dass ich sehr gespannt war, wie die Autorin die maurische Sicht schildern würde.
Die Maurin beginnt sehr entspannt und führt den Leser wunderbar in das Geschehen der damaligen Zeit ein. Die Lebensbedingungen, die Rolle der Frau im Islam und das Leben der Mauren und Spanier wird detailliert beschrieben und bietet die Möglichkeit, sich erst einmal auf diese fremde Welt einzustellen. Besonders leicht macht es uns die Sprache, da diese nicht zu geschwollen ist, sondern leicht und flüssig lesbar, aber dennoch authentisch. Für fremde Vokabeln aus dem arabischen Sprachgebrauch findet man hinten im Roman einen Glossar, der mir, wie ich gestehen muss, allerdings erst nach der Lektüre aufgefallen ist. Meiner Meinung nach spricht dies aber für das Buch, da ich eben diesen auch nicht vermisst habe.
Gleiches gilt für die Dramatis Personae und die ausführlichen Stammbäume. Solche Details sehe ich in historischen Romanen sehr gerne, doch hat es die Autorin geschafft, dass ich nie nachsehen musste, welche Person hinter welchem Namen steckt, da ich die einzelnen Charaktere immer gut zuordnen konnte.
Besonders positiv aufgefallen ist mir, dass das Buch keineswegs die Mauren in den Himmel hebt und die Christen als die bösen Buben darstellt. Im Gegenteil, die Autorin schlägt durch die Beziehungen zwischen Zahras Familie und den Christen eine Brücke zwischen den verfeindetet Lagern. Sowohl die Beweggründe der Christen, als auch der Mauren für den Kampf um ihr Land konnte ich gut nachvollziehen. Für beide Seiten bedeutet Al Andalus Heimat, so dass der Anspruch auf dieses Stück Land bei beiden berechtigt scheint.
Neben dem historischen Hintergrund spielt selbstverständlich Zahras Leben die Hauptrolle. Die junge Frau strahlt Stärke und Selbstbewusstsein aus und schafft es immer wieder, sich in einer von Männern dominierten Welt zu behaupten. Dieses Selbstbewusstsein und ihre Emanzipation bringen sie immer wieder in einen Zwiespalt mit ihrer Religion. Ein ums andere Mal muss sie Dinge tun, die die Gesetze ihrer Religion brechen. Doch letztendlich habe ich den Eindruck gewonnen, dass Zahra es geschafft hat ihren starken Glauben mit ihrem Willen zu vereinen. Zudem ist sie nicht die einzige starke Frau in diesem Roman, denn ein Schleier, ein Kopftuch o.ä. ist keine Schwäche, sondern ein Schutz. Dahinter verbergen sich wundervolle, großartige und kämpferische Persönlichkeiten. Die Thamtisierung des Kampfes zwischen Islam und Christentum hat mir wieder einmal verdeutlicht, wie aktuell dieses Thema leider heute noch ist. In diesem historischen Roman
Fazit:
Mit Die Maurin ist Lea Korte ein großartiger Roman über die Reconquista gelungen. Die fiktive Geschichte ihrer Heldin Zahra verwebt sie gekonnt mit dem historischen Kontext dieser Zeit und schafft somit ein lebendiges Bild des Lebens der Mauren im Spanien des 15. Jahrhunderts.
Bewertung:




(4.5/5)
Details:
| Titel der Originalausgabe: Die Maurin |
| Band innerhalb der Reihe: 01 |
| Genre: Historischer Roman |
| Übersetzung: - |
| Verlag: Knaur Taschenbuch (2010) |
| ISBN: 978-3-426-50230-3 |
| Seiten: 663 |
| Preis: [D] € 9,95 |
Lea Korte kündigte vor kurzem an, dass es zu Die Maurin eine Fortsetzung geben wird, was mich persönlich sehr freut. Ich wünsche ihr viel Erfolg beim Schreiben und bin gespannt auf das Leben der Mauren nach ihrer großen Zeit in Spanien.
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