Archive for the 'Krimi/Thriller' Category

[ Rezension ] Chevy Stevens: Never Knowing. Endlose Angst

Never Knowing - Endlose Angst

Titel der Originalausgabe: Never Knowing
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Thriller
Übersetzung: Maria Poets
Verlag: Fischer (2011)
ISBN: 978-3596192748
Seiten: 416
Preis: [D] € 8,99

Worum geht’s? :
Was würdest du tun, wenn dein Vater ein gesuchter Serienmörder wäre, der plötzlich Kontakt zu dir aufnimmt?
Diese Frage muss sich Sara stellen, denn ihr Leben wird durch diesen Umstand auf den Kopf gestellt. Sie steht kurz vor ihrer Hochzeit, als sie beschließt, nach ihren leiblichen Eltern zu suchen. In ihrer Adoptivfamilie ist sie gut aufgewachsen, doch das Verhältnis zu ihrem „Dad“ ist sehr angespannt und sie hat das Gefühl, dass er sie nie als seine Tochter akzeptiert hat. Durch ein neues Gesetz gelingt es Sara ihre leibliche Mutter ausfindig zu machen, die sie aber sofort rigoros abweist und ihr deutlich macht, dass sie nicht ihre Mutter ist. Daraufhin engagiert Sara einen Privatdetektiv, der schlussendlich herausfindet, dass Julia ihre Mutter ist und zudem auch die einzige Frau, die dem berüchtigten Campsitekiller je entkommen konnte. Natürlich ist es ein großer Schock für Sara, doch sie versucht damit klar zu kommen, bis diese Informationen in die Medien gelangen und sie erhält letztendlich einen Anruf ihres leiblichen Vaters erhält, der sie gerne kennen lernen möchte. Diesen Kontakt möchte die Polizei nun dazu nutzen dem Campsite-Killer ein für allemal das Handwerk zu legen, auch wenn dabei Saras Leben in Gefahr gebracht wird.

Meine Meinung:
Never Knowing
ist für mich der erste Thriller von Chevy Stevens und ich bin wirklich begeistert. Die Autorin hat es geschafft mich über die letzten Tage immer wieder an ihr Buch zu fesseln und ab einem bestimmten Punkt ist es einfach schier unmöglich mit dem Lesen aufzuhören. Durch den Umstand, dass der Killer Saras Vater ist und immer wieder durch Telefonanrufe mit ihr in Kontakt tritt, wird die Spannung immer weiter aufgebaut. Man wartet in jedem Kapitel nur darauf, dass er wieder anruft und fragt sich, welche Forderungen er nun stellen wird. So mit gibt es einen immer rasanter ansteigenden Spannungsbogen, der in einem sehr schnellen Finale gipfelt. Dabei baut die Autorin aber immer wieder neue Wendungen ein, mit denen man als Leser nicht gerechnet hat, die aber im Hinblick auf das Geschehene immer sehr plausibel sind.
Chevy Stevens hat ihren Thriller wirklich toll aufgebaut. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Kapitel als Sitzungen bezeichnet werden. Im Einzelnen bedeutet dies, dass die Protagonistin Sara in diesen Sitzungen mit ihrer Psychologin über die Ereignisse spricht. Zu Beginn eines Kapitels gibt sie immer einen vagen Ausblick auf das was Geschehen ist, bevor dann der Hauptteil des Kapitels beginnt, indem sie die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt. Zum Ende des Kapitels fasst sie dann wieder zusammen und versucht mit ihrer Psychologin ein Resümee zu ziehen. Dabei erfährt man nie direkt die Meinung der Psychologin, sondern kann immer nur aus Saras Aussagen Schlüsse ziehen.
Zur Protagonistin möchte ich sagen, dass es mir persönlich leicht gefallen ist, mich in sie hineinzuversetzen und mit ihr mitzufiebern. Sara ist eine Persönlichkeit, die labil und depressiv scheint und die sehr unter der Ablehnung durch ihren Adoptivvater leidet. Dadurch ist die auch sehr anfällig für die Gespräche mit ihrem leiblichen Vater und auch wenn es sie selbst manchmal regelrecht anwidert, gibt es ihr auch ein gutes Gefühl ihn kennen zu lernen und endlich zu wissen, wo ihre Wurzeln liegen. Mir hat gut gefallen, dass Sara in diesem Zwiespalt zwischen Abscheu und der Suche nach ihr selbst war, denn ein ablehnendes Verhalten ist sicherlich viel einfacher zu beschreiben und bietet nicht so viel Stoff zur Zeichnung einer Person.

Fazit:

Never Knowing ist ein sehr spannender Thriller, der einen mit jeder Seite mehr in Atem hält. Chevy Stevens ist es gelungen ein Stückweit die Persönlichkeit eines Serienmöders zu zeichnen, ohne ihn dabei zu sehr als Feind darzustellen. Ein wirklich tolles Buch und eine Empfehlung für alle Thrillerfans!
Bewertung:

(4.5/5)

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[ Rezension ] Eva Lirot: Seelenbruch

Klappentext:

Dreister Mord im Kaiserdom! So titeln die Zeitungen nach dem brutalen Verbrechen, das während der Bischofsweihe im Dom von Frankfurt stattfindet. Hauptkommissar Jim Devcon bekommt es mit einem Serienmörder zu tun, der kaltblütig genug ist, eines seiner Opfer im Beichtstuhl einer vollbesetzten Kirche zu ermorden. Bei den Ermittlungen findet die „Soko Jack“ entscheidenden Hinweise im Internet – in der Welt der Online-Gemeinschaften. Doch welche Rolle spielt Laura Münchberg bei der Aufklärung des Falls? Wieso sucht der Mörder seine Opfer bevorzugt in diesem Kreis? Die Frage bleibt offen – bis Devcon in Münchbergs geheimnisvoller Vergangenheit auf nicht öffentlich gemachte Experimente stößt: Experimente mit einem Enzym, das den Tod besiegen soll…

Meine Meinung:

Jim Devcon ist sauer. Kaum in seiner Heimat Texas angekommen, holt ihn der Frankfurter Polizeipräsident wieder zurück nach Deutschland. Ein grausamer Mord hat sich während der Bischofsweihe zugetragen. In einem Beichtstuhl wird eine tote Studentin gefunden. Kirchgegner und Presse vermuten gleich einen Ritualmord, doch Jim Devcon lässt sich nicht beirren. Als sich auch noch ein Zusammenhang zu einem toten jungen Mann aus Wiesbaden herstellen lässt, vermutet er einen Serienmord. Doch was ist Laura Münchbergs Rolle in diesem grausamen Spiel?

Die Autorin Eva Lirot hat sich an einem Thriller in der Bankenstadt Frankfurt gewagt. Auf knapp 200 Seiten erzählt sie die vielschichtige Geschichte eines psychisch gestörten Mörders, einer einsamen Privatdozentin und des Hauptkommissars Devcon. Erzählt wird in drei verschiedenen Handlungssträngen, die sich auf diese Protagonisten beziehen.
Hauptkommissar Devcon vermisst seine Heimat Texas schmerzlich und zweifelt nach langen Jahren im Polizeidienst am Sinn und Zweck seiner Arbeit. Mit kühlem Kopf ermittelt er in der „Soko Jack“ und scheut sich nicht davor, für seine Kollegen einzustehen. Seine Zweifel an seinem Beruf erscheinen sehr menschlich und machen es dem Leser möglich, die Polizeiarbeit in einem neuen Blickwinkel zu sehen. So schafft Frau Lirot auf der Metaebene eine Kritik an (vor)schnellen Urteilen in unserem Rechtssystem und regt zum nachdenken an.
Ein weiterer Teil der Handlung befasst sich mit dem Mörder. In ihm lernt der Leser einen im wahrsten Sinne des Wortes gebrochenen Menschen kennen. Man erfährt gleich auf der ersten Seite, wer die junge Frau umgebracht hat, so dass sich die fesselnde Handlung mit der Motivsuche befasst. Man fragt sich, aus welchem Grund all diese Morde geschehen und mit geschicktem Erzählstil tappt der Leser bis zur letzten Seite vollkommen im Dunkeln. Für mich kann ich sagen, dass ich trotz des grotesken Verhaltens des Mörders eine gewisse Sympathie für ihn empfunden habe, da er aufgrund äußerer Umstände zu dem geworden ist, was er ist. (Ich möchte hiermit jetzt nicht sagen, dass ich generell Mitleid mit Mördern habe, oder dagegen bin, dass sie eine gerechte Strafe erhalten. Die fiktionale Person des Thrillers hat mich nur auf eine fremde Art und Weise berührt.)
Beeindruckend ist ebenfalls die Thematisierung sozialer Netzwerke. In der heutigen Zeit ist ein Großteil der Internetnutzer in einem sozialen Netzwerk registriert. Die Medien berichten regelmäßig über die Gefahren, die von diesen Netzwerken ausgehen. Die Autorin schneidet dieses Thema hier ebenfalls an. Der Leser kann sich somit entsprechend in die Situation hineindenken und als Nutzerin sozialer Netzwerke habe ich die Sichtweise der Dinge als sehr spannend empfunden.
Kritisch zu betrachten ist hingegen die Sprache des Romans. Meiner Meinung nach hätte sich Frau Lirot gern einer etwas auschmückenderen Sprache bedienen können. Meine Fantasie wurde dadurch leider etwas gebremst und auch die teilweisen doch sehr umgangssprachlichen Ausdrücke in der wörtlichen Rede entsprechen nicht meinem persönlichen Geschmack. Auf der anderen Seite gibt diese Form dem Thriller objektiver gesehen eine authentische Note und lässt die Personen realer erscheinen.

Fazit:
Der spannende Thriller Seelenbruch hat mich begeistert. Die Autorin schafft eine Brücke zwischen fiktiven Annahmen und der Realität, so dass man das Buch flüssig und schnell lesen kann. Ich bin sehr gespannt auf weitere Bücher von Eva Lirot.

Bewertung:
(4/5)

Details:

Titel der Originalausgabe: -
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Krimi/Thriller
Übersetzung: -
Verlag: Schardt Verlag (2010)
ISBN: 978-3-89841-504-0
Seiten: 204
Preis: [D] € 12,80

Für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars bedanke ich mich herzlich bei der Autorin Eva Lirot. www.eva-lirot.de

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[ Rezension ] Volker Klüpfel/Michael Kobr: Seegrund.Kluftingers dritter Fall

Klappentext:

Am Alatsee bei Füssen macht der Allgäuer Kommissar Kluftinger eine schreckliche Entdeckung – am Ufer liegt ein Taucher in einer riesigen roten Lache. Was zunächst aussieht wie Blut, entpuppt sich als eine seltene organische Substanz aus dem Bergsee. Kluftinger, der diesmal bei den Ermittlungen sehr zu seinem Missfallen weibliche Unterstützung erhält, tappt lange im Dunklen. Der Schlüssel zur Lösung des Falles muss tief auf dem Grund des sagenumwobenen Sees liegen…Kluftingers dritter Fall von dem erfolgreichen Autoren-Duo Volker Klüpfel und Michael Kobr.

Meine Meinung:

Kommissar Kluftinger bleibt auch nichts erspart. Seine Frau will mit ihrem Sohn und dessen japanischer Freundin das Schloss Neuschwanstein besichtigen und danach auch noch für teures Geld Essen gehen. Doch der kluge Kommissar hat einen anderen Plan. Wieso nicht einen kurzen Spaziergang am Alatsee machen? Dort herrscht noch Frieden und Ruhe…Mit einer Leiche hat er dort allerdings nicht gerechnet. Doch was wie eine Leiche aussieht, ist doch keine, denn die rote Flüssigkeit, die um den verunglückten Taucher verteilt ist, scheint eine spezielle Bakterienart zu sein.

Beherzt begibt Klufti sich an die Ermittlungen, bei denen er von seiner rauen Kollegin Friedel Marx aus Füssen unterstützt wird, die ihn vor allem mit durch ihre Neigung zum Kettenrauchen zur Weißglut treibt.

Der dritte Band der Kultreihe von Volker Klüpfel und Michael Kobr ist spannender als je zuvor. Ihr Kommissar Kluftinger steht wieder vor einem schweren Rätsel, denn sein Leichenfund, der keiner ist, stellt ihn vor eine neue Herausforderung. Ist es zuerst schwierig überhaupt herauszufinden, wer der Taucher ist, tauchen plötzliche pikante Details aus der Vergangenheit auf, die einige ehemalige Kriegssoldaten in das Visier der Ermittlungen ziehen. Was versteckt der Alatsee wirklich?
Die Ermittlungen gehen mal wieder in verschiedene Richtungen und machen das eigene Rätseln für den Leser wie gewohnt sehr spannend. Der Täter bleibt bis zum Ende im Dunkeln und wird nur durch einen Zufall aufgedeckt. Gerade die historischen Gegebenheiten rund um den Alatsee sind interessant beschrieben und werden ergänzt durch kurze Briefe, die bestimmte Dinge der Vergangenheit aus Sicht der Drahtzieher beschreiben und somit eine gute Verbindung zum Unfall des Tauchers schaffen.

Der Humor kommt natürlich wieder nicht zu kurz. Ich kann sogar behaupten, mehr gelacht zu haben, als bei den beiden Vorgängern. Das private Umfeld des Kommissars scheint ihm bald mehr Schwierigkeiten zu machen, als seine Arbeit. Egal ob der Unterwäschekauf für seine geliebte Frau oder ein Abendessen in einem Sushirestaurant, Klufti scheint immer an seine Grenzen zu stoßen. Meine Lieblingsfigur, Doktor Langhammer, darf natürlich auch nicht fehlen, so dass vor allem ein Skiausflug zu Lachtränen führt.
Eine weitere humorvolle Seite lässt sich auch bei den Ermittlungen feststellen. Das es sich bei dem geschätzten Kollegen Marx um eine Frau mit großer Vorliebe für Zigarillos und schnelle Autos handelt, ist nur eine der vielen Anekdoten. Ich hoffe sehr, dass es einmal zu einem Wiedersehen zwischen Kluftinger und Marx kommt, denn diese beiden sind ein wahrlich herrliches Paar.

Fazit:

„Seegrund“ ist eine wirkliche lesenswerte Fortsetzung der Reihe um den Kult-Kommissar Kluftinger. Die Herzlichkeit der Figuren, der spannende Fall und die lustigen Begebenheiten im Privatleben und bei den Ermittlungen machen das Buch zu einem kurzweiligen und schönem Lesevergnügen.

Bewertung:

(5/5)

Details:

Titel der Originalausgabe: -
Band innerhalb der Reihe: 3
Genre: Krimi
Übersetzung: -
Verlag: Piper (2008)
ISBN: 978-3-492-25094-8
Seiten: 340
Preis: [D] € 8,95

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[ Rezension ] Volker Klüpfel/Michael Kobr: Erntedank. Kluftingers zweiter Fall

Das Buch fand den Weg zu mir…

Ein Geschenkgutschein für buch.de und schon war Erntedank mein.

Klappentext:

Der Allgäuer Kriminalkommissar Kluftinger traut seinen Augen nicht: Auf der Brust eines ermordeten Mannes liegt, sorgfältig drapiert, eine tote Krähe. Im Lauf der Ermittlungen taucht der Kommissar immer tiefer in die mystische Vergangenheit des Allgäus ein, und es beginnt ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel…Mit eigenwilligen Ermittlungsmethoden riskiert der liebenswert-kantige Kommissar einen Blick hinter die Fassade der Allgäuer Postkartenidylle und deckt Abgründe auf.

Meine Meinung:

Als das Ehepaar Kluftinger von einer Shoppingtour zurück kehrt erwartet sie ein Wasserrohrbruch im Bad. Alles steht unter Wasser und Erika quartiert sie gleich bei ihren Freunden den Langhammers ein. Kluftinger gefällt dies natürlich weniger gut, wo er doch eine Aversion gegen den besserwisserischen Doktor hat, doch ein ungewöhnlicher Mordfall lenkt seine Aufmerksamkeit auf sich. Ein Mann wurde tot aufgefunden, die Kehle durchgeschnitten und mit einer toten Krähe auf der Brust. Kluftinger ermittelt doch plötzlich findet sich eine weitere Leiche, die auf ähnliche Art ermordet wurde. Die Kommissare suchen die Zusammenhänge und tauchen plötzlich ein in die Sagenwelt des Allgäus…

Auch mit „Erntedank“ legt uns das Autorenduo Klüpfel/Kobr wieder einen großartigen Kriminalroman vor. Die Geschichte ist spannend und gut durchdacht. Gerade die Idee des Mörders Hinweise auf örtliche Sagen zu geben hat mich fasziniert. Sagen und Mythen haben mich schon immer fasziniert und passen wunderbar in die Kulisse des Allgäus und geben der Handlung einen düsteren und leicht gruseligen Unterton.

Besonders gut gefallen hat mir. Dass die Autoren in diesem Band eine Kapitelunterteilung vorgenommen haben. Bei „Milchgeld“ habe ich immer lange nach einer guten Stelle zum Aufhören gesucht. Hier wurde es mir leichter gemacht, denn in gewissen Abständen wurde immer ein kleiner Schnitt gemacht und eine Strophe des Gedichts „Erntelied“ von Clemens Brentano eingefügt. Komplett findet man es dann noch einmal am Ende des Buches.

Auch gelacht habe ich wieder viel. Ich freue mich immer diebisch wenn der Doktor auf den Plan tritt. Der Spieleabend mit Trivial Pursuit oder der Besuch im Erlebnisbad haben mich sehr erheitert und ich musste oft laut lachen, was ich selten bei einem Buch habe. Ich wünsche mir, dass Langhammers immer einen kleinen Platz in den Büchern finden, denn diese Episoden sind immer eine gelungene Abwechslung.

Letztendlich ist „Erntedank“ wieder ein sehr spannender Krimi mit Schmunzelpotential und einem so liebenswerten Kommissar, dass man einfach noch mehr lesen möchte. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den nächsten Teil.

Bewertung:

sternsternsternsternstern

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Volker Klüpfl/Michael Kobr: Milchgeld. Kluftingers erster Fall

Das Buch fand den Weg zu mir…

Kluftinger wurde mir schon vor einiger Zeit empfohlen, aber irgendwie bin ich nie dazu gekommen mir ein Buch dieser Reihe zu kaufen. Nun hatte ich noch einen Bol Gutschein und da hatte ich noch ein wenig Geld übrig.

Klappentext:

Ein Mord in Kommissar Kluftingers beschaulichem Allgäuer Heimatort Altusried – jäh verdirbt diese Nachricht sein gemütliches Kässpatzen-Essen: Ein Lebensmittel-Chemiker des örtlichen Milchwerks ist stranguliert worden. Mit eigenwilligen Ermittlungsmethoden riskiert der liebenswert-kantige Kommissar einen Blick hinter die Fassade der Allgäuer Postkartenidylle – und entdeckt einen scheinbar vergessenen Verrat, dunkle Machenschaften und einen handfesten Skandal.

Meine Meinung:

“Klufti” ist ein wirklich liebenswerter Mittfünfziger und Kommissar einer Gemeinde im schönen Allgäu. Eigentlich will er gerade mit seiner Trommel zur geliebten Musikprobe, doch sein Kässpatzen-Essen wird von einem Mord unterbrochen. Und das in seinem idyllischen Ort, wo sich Hase und Fuchs ‘Gute Nacht’ sagen. Der Kommissar sieht sich vor dem größten Fall seiner Karriere und ermittelt auf seine ganz eigene Art. Ziemlich schnell findet sich ein Mordverdächtiger, doch als eine weitere Leiche auftaucht steht er plötzlich vor einem Rätsel, dessen Lösung den Leser sicher überraschen wird.

Ich mag Krimis. Und vor allem mag ich Krimis mit einem interessanten Kommissar, in dem es sich nicht nur um die entsprechende Tat dreht, sondern auch um die Eigenarten des Ermittlers selbst. In Milchgeld lernt man einen grantelnden Kommissar kennen, der einen weichen Kern hat, diesen aber nicht gern zeigt. Wer will schon, dass seine Frau dem verhassten Dr. Langhammer seinen Kosenamen verrät. Nicht wahr Butzele? Die Figur ist einfach sehr sympathisch und auf ihre eigene Art so witzig, dass ich ein ums andere mal laut lachen musste.  Er ist ein Mann der Tat und auch ein wenig sensibel, aber genau diese Mischung macht ihn zu einem guten Kommissar, dem es schließlich gelingt dem Mörder auf die Schliche zu kommen.  Der Roman lebt durch Kluftinger und Kluftinger lebt durch den Roman. Mir kam alles sehr echt vor und da ich auch das Allgäu rund um Kempten recht gut kenne, konnte ich mir die Landschaft auch so schön vorstellen. Auch die Nebenfiguren sind klasse. Es gibt den guten Kumpel und den etwas trotteligen nervigen Kollegen, eine Frau mit der er sich nicht immer verträgt und einen Vorgesetzten der sich hinterher mit fremden Federn schmückt.

Der Fall an sich ist spannend und wirklich undurchsichtig. Ich war immer auf der falschen Fährte und wurde am Ende komplett überrascht. Das ist es, was ich an Krimis mag und so muss es auch sein. Dem Autorenteam gelingt es wirklich den Fall logisch aufzubauen und das Tatmotiv und die Tat selbst logisch aufzuklären.

Kommissar Kluftinger ist einfach ein Typ und ich habe jetzt unheimliche Lust auf Kässpatzen.

Bewertung:

sternsternsternsternstern

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[ Ich lese gerade ] Volker Klüpfel/Michael Kobr: Milchgeld

1. Satz

Kreuzkruzifix!

Fängt ja schon gut an :-D . Ich habe mir letzte Woche einen Klufti gegönnt. Ich wollte die Krimis schon so lange einmal lesen und habe es nun endlich geschafft und ich freu mich!!!

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Donna Leon: Endstation Venedig.Commissario Brunettis zweiter Fall

Das Buch fand den Weg zu mir…

Mein Freund hat mir neulich aus der Bücherei in der Nordweststadt ein paar Bücher mitgebracht und da durfte der zweite Fall von Dottore Brunetti nicht fehlen.

Klappentext:

Die aufgedunsene Leiche eines jungen Mannes schwimmt in einem stinkenden Kanal in Venedig. Und zum Himmel stinken auch die Machenschaften, die sich hinter diesem Tod verbergen: Mafia, amerikanisches Militär und der italienische Machtapparat sind gleichermaßen verwickelt. – Eine harte Nuß für Commissario Brunetti, der sich nicht unterkriegen lässt: Venedig durchstreifend und seine Connections nutzend, ermittelt er ebenso sympathisch wie unkonventionell.

Meine Meinung:

Im zweiten Fall des sympathischen Commissario Brunetti geht es mal wieder um Mord und Todschlag. Nachdem ein junger amerikanischer Mann tot im Kanal gefunden wird, gerät Brunetti immer mehr zwischen die Fronten. Er legt sich mit Mächten an die gefährlich sind für ihn, seine Kollegen und auch für seine Familie. Doch er bleibt dran und lässt sich durch nichts und niemanden aufhalten, um das Geheimnis um den Toten zu lösen.

Dieser Brunetti hat mir auf jeden Fall besser gefallen, als sein Vorgänger. Es hat zwar auch wieder recht lang gedauert bis das ganze in Fahrt kam, aber als es dann soweit war konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Hinter dem Mord steckt so viel mehr und man gewinnt einen guten Einblick in die Verfahrensweisen der Mächte.  Es gibt viele verschiedene Verbindungen, die man schlussendlich erst zum Schluss erkennt, was aber auch zum nachfolgenden Kritikpunkt führt.

Was mir nicht so gut gefällt ist, dass ich das Gefühl habe, dass Ende nicht ganz verstanden zu haben. Irgendwie hat sich mir die Lösung des Falls nicht ganz erschlossen und die Verbindungen zwischen den einzelnen Beiteiligte werden teilweise nur angedeutet, woraus ich schließe, dass die Autorin sich da noch Material für weitere Fälle offen gelassen hat.

Ich werde auf jeden Fall weiterhin ein Fan von Brunetti bleiben und freue mich schon auf den nächten Teil.

Bewertung:

sternsternsternstern

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Simon Beckett: Obsession

Das Buch fand den Weg zu mir…

…bei einem meiner Besuche bei Thalia im Nordwestzentrum. Da mein Freund die anderen Beckett Bücher gelesen hatte und begeistert war, hatte ich mir sehr viel von diesem Buch versprochen. Ich habe es nun im Zusammenhang mit einer Mini-Leserunde im Büchertreff gelesen.

Klappentext:

Als seine Frau unvermutet stirbt, ist Ben am Boden zerstört. Allein Jacob, Sarahs autistischer Sohn, spendet ihm Trost. Doch während Ben die gemeinsame Wohnung aufräumt, macht er eine ungeheuerliche Entdeckung: Jacob war gar nicht Sarahs leibliches Kind. Offenbar hatte sie den Jungen entführt, als der noch ein Baby war. Fassungslos informiert Ben die Behörden, die Jacobs leiblichen Vater schnell ermittlen. Keiner ahnt, dass damit eine Lawine tödlicher Obsessionen ins Rollen gebracht wird.

Meine Meinung:

Ich habe es endlich geschafft. Ich bin durch und gleich vorweg: Auch wenn es so schön vorne drauf steht, dieses Buch ist definitiv kein Thriller. Für mich hat der Begriff Thriller etwas mit Spannung zu tun. Spannung, die einen das Buch nur schwer zur Seite legen lässt und man immer wissen will wie es denn nun weiter geht. Wer also eine spannende Story vermutet, sollte sich lieber das Geld sparen.

Die Idee finde ich an sich nicht schlecht, nur leider war sie nach ca. 5 Kapiteln schon ausgereizt. Man wusste wer der Vater von Jacob ist (den übrigens nicht wie im Klappentext die Behörden ausfindig gemacht haben, sondern ein Detektiv) und dann wirds langweilig. Es kommt ein ellenlanger Mittelteil, der einen letztendlich einfach nur noch nervt und auch wenn die Story am Ende noch mal etwas an Fahrt gewinnt, so richtig spannend wird es nicht. Die Figuren werden auch sehr oberflächich gezeichnet und ich konnte mich leider überhaupt nicht mit Ben anfreunden, geschweige denn mich irgendwie in ihn hineinversetzen. Auch alle Nebenfiguren hatten irgendwie weder Hand noch Fuß. Da wurden Dinge eingeschoben, die mit der Handlung überhaupt nichts zu tun haben und manchmal hatte ich das Gefühl Herr Beckett will nur die Seiten vollbekommen.

Im Übrigen habe ich den Sinn und Zweck dieses Buches nicht verstanden. Man weiß nicht welches Pferd Jacobs leiblichen Vater Cole geritten hat und wieso Jacob jetzt unbedingt autistisch sein musste. Einzig ein Satz am Ende des Buches schien mir irgendwie damit zusammenzuhängen. Ich denke nicht, dass dies ein Spoiler ist, da man es nicht begreift, wenn man das Buch nicht gelesen hat, somit denke ich, dass ich es gut zitieren kann:

“Du siehst alles als ein System. Ich versuche, eins zu erkennen, und du versuchst, aus einem rauszukommen.”

S. 406

Da ich von vielen gehört habe, dass die David Hunter Reihe besser sein soll, werde ich mich wohl nochmal an ein Buch von Simon Beckett heranwagen, da dies nun eines seiner ersten Werke war und ich ihn deshalb nicht verurteilen möchte.

Bewertung:

sternsternsterna

(Den halben Stern gibts nur, weil ich Black Dagger noch schlimmer fand und Beckett nicht auf eine Stufe damit stellen wollte.)

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Sebastian Fitzek: Splitter

splitter Das Buch fand den Weg zu mir…

… da ich meinen Freund mit Seelenbrecher auf den Fitzek-Trichter gebracht habe, hat er sich das Buch von einem Gutschein gegönnt und nachdem er es gelesen hatte konnte ich es mir nun natürlich unter den Nagel reißen.

Klappentext:

Was wäre, wenn wir die schlimmsten Ereignisse unseres Lebens für immer aus dem Gedächtnis löschen könnten? Und was, wenn etwas dabei schiefginge?

Meine Meinung:

Ich liebe Sebastian Fitzek. Und ich darf seine Bücher nicht lesen, wenn ich am nächsten Tag arbeiten muss. Ich kann einfach nicht aufhören zu lesen bis ich weiß wie das ganze ausgeht. Auch bei Splitter konnte ich einfach nicht aufhören. Fitzek schreibt so spannend, beklemmend und mysteriös. Man weiß nie wie das Ganze schließlich ausgeht (wobei ich mit dem Ende dieses Buches nicht einverstanden bin, da es doch ein wenig weit hergeholt war) und ich komme nie drauf, was eigentlich los ist. Die “Bösewichte” hier hatte ich ziemlich schnell raus, aber wieso, weshalb und warum, dass ist es was ich brennend erfahren musste. Genau wie im Seelenbrecher hat Herr Fitzek auch hier wieder etwas “versteckt” was einem beim austesten einen kalten Schauer über den Rücken jagt. Zumindest, wenn man wie ich nachts um 12 allein in der Wohnung ist.

Die Idee hinter diesem Thriller, das bewusste Herbeiführen einer Amnesie durch Medikamente, ist klasse, aber auch beängstigend. Wenn ich mir vorstelle, dass ich eine Tablette nehme und dann bestimmte Dinge in meinem Leben einfach für mich ausradiert sind…Nee, dass wäre nichts für mich. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf den nächsten Fitzek, aber ich habe ja auch noch nicht alle gelesen.

Bewertung:

sternsternsternsternstern

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Donna Leon: Venezianisches Finale. Commissario Brunettis erster Fall

Commisario 1Das Buch fand den Weg zu mir…

…auch hier wieder ein Büchereibuch, diesmal aber gezielt gesucht, da Donna Leon auch auf meiner Liste der “Autoren die ich noch für mich testen möchte” steht.

Klappentext:

Skandal in Venedigs Opernhaus “La Fenice”: In der Pause vor dem letzten Akt der “Traviata” wird der deutsche Stardirigent Helmut Wallauer tot aufgefunden. In seiner Garderobe reicht es unverkennbar nach Bittermandel – Zyankali. Ein großer Verlust für die Musikwelt und ein heikler Fall für Commissario Guido Brunetto. Dessen Ermittlungen bringen Dinge an den Tag, wonach einige Leute allen Grund gehabt hätten, den Maestro unter die Erde zu bringen. Der Commissario entdeckt nach und nach einen wahren Teufelskreis aus Ressentiments, Verworfenheit und Rache.

Mit ihrem ersten Kriminalroman zeichnet Donna Leon ein intimes Portrait Venedigs und stellt mit Guido Brunetti einen absolut unwiderstehlichen Detektiv vor.

Meine Meinung:

Erstens: Ich wusste gar nicht, dass Frau Leon Amerikanerin ist. Ich war überzeugt, dass sie Italienerin ist. Ich habe dann auch erst, dass das nix werden kann, aber ich täuschte mich.

Der Kriminalroman ist ncht übermäßig spannend, aber ich fand ihn trotzdem klasse.  Brunetti ist ein klasse Typ, der alles gibt um den Fall um das Opfer (meiner Meinung nach ein absolutes Ekelpaket) zu lüften. Er befragt das gesamte Umfeld und es macht unheimlich viel Spaß mit Brunetti zu rätseln und ich wusste bis zum Ende nicht, wie das ganze wirklich abgelaufen ist.

Was mir auch unheimlich gut gefallen hat ist, dass man auch immer wieder etwas über die Familie Brunetti und ihr Umfeld erfährt. Ich finde das macht den Commissario noch sympathischer. Weniger gefallen hat mir, dass ich mich nicht so richtig in das venezianische Flair einfühlen konnte. Irgendwie hätte dieser Krimi überall stattfinden können.

Bewertung:

sternsternsternstern

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