[ Rezension ] Lauren Oliver: Delirium

Delirium (Delirium, #1)

Titel der Originalausgabe: Delirium
Band innerhalb der Reihe: Delirium 01
Genre: Young Adult, Fiction, Dystopie
Übersetzung: -
Verlag: Harper Teen (2011)
ISBN: 978-0-06-172682-8
Seiten: 441
Preis: [D] € 12,70

Klappentext:

NINETY-FIVE DAYS, and then I’ll be safe. I wonder whether the procedure will hurt. I want to get it over with. It’s hard to be patient. It’s hard not to be afraid while I’m still uncured, though so far the deliria hasn’t touched me yet. Still, I worry. They say that in the old days, love drove people to madness. The deadliest of all deadly things: It kill you both when you have it and when you don’t.

Meine Meinung:

Lena ist 17 Jahre alt und steht kurz vor einem neuen Lebensabschnitt. Nach ihrem achtzehnten Geburtstag kann sie sich endlich von der schlimmsten Krankheit seit Menschengedenken heilen lassen – der armor deliriosa nevosa – oder auch der Liebe. Doch dann begegnet sie Alex, einem jungen der auf eine geheimnisvolle Art anziehend scheint und plötzlich sieht sie sich vor einer schweren Entscheidung, die ihr Leben verändern oder gar beenden wird.
Lauren Oliver, bekannt durch ihren wirklich empfehlenswerten Roman Before I Die, wagt sich mit Delirium in den Bereich der Dystopie und beginnt eine neue Serie. Ich kann nur sagen, ich wurde nicht enttäuscht.
Anders als viele gängige Dystopien geht es hier nicht um eine Welt, die mit zahlreichen technischen Neuheiten aufwartet. Im Gegenteil. Es handelt sich um eine Welt, die der unseren sehr ähnlich ist. Der Knackpunkt ist, dass man die Liebe als Krankheit diagnostiziert hat, die zum Tode oder Wahnsinn führt. Den Menschen ist es gelungen ein Heilmittel für diese Krankheit zu finden, dass jeden kurz nach dem achtzehnten Geburtstag heilt. Gegner dieses Heilmittels werden entweder verhaftet oder zum Tode verurteilt, jedoch munkelt man, dass es außerhalb der Grenzen einige Ungeheilte und Infizierte gibt. Um das Land vor dieser Krankheit zu schützen ist es vollkommen abgeschottet. Niemand darf die USA verlassen und niemand kann ohne Weiteres einreisen.
Die Hauptfigur Lena macht meiner Meinung nach eine gewaltige und spannende Entwicklung durch. Zu Beginn ist sie vollkommen davon überzeugt, dass die Heilung der richtige Weg ist. Sie freut sich sogar darauf. Der Heilung geht eine Auswertung ihrer Person voran mit dem Ziel ihr nach Abschluss ihrer Ausbildung den passenden Ehemann zur Seite zu stellen. Damit lässt man den Menschen keinerlei Wahlfreiheit mehr ihr Leben so zu gestalten, wie sie es sich wünschen. Im Laufe der Handlung erkennt Lena jedoch, dass nicht alles der Wahrheit entspricht, was ihr das ganze Leben vorgespielt wurde. Durch ihre Bekanntschaft mit Alex und der daraus entstehenden Liebe, erkennt sie die Schattenseiten und steht schließlich vor einer wichtigen Entscheidung.
Neben der Liebesgeschichte hat mich vor allem der Hintergrund rund um die amor deliria nervosa gefesselt. Wie ich bereits eben schon andeutete werden die Menschen durch die Heilung ihrer freien Wahl beschnitten. Man muss jedoch sagen, dass nach der Heilung auch niemand mehr das Bedürfnis hat sein Leben frei zu gestalten. Daraus resultiert, dass sie teilnahmslos erscheinen und auch nicht mehr oder nur wenig träumen.
Besonders gut gefallen hat mir der Erzählstil von Lauren Oliver. Sie wählt die Form der Ich-Erzählerin durch Lena. Diese spricht stellenweise auch direkt den Leser an, was an besondere Anbindung an diese Figur schafft. Des Weiteren findet man an jedem Kapitelanfang einen Textauszug, ein Gedicht oder einen Kinderreim zum Thema amor deliria nervosa, was einen kleinen Einblick in das Denken der Gesellschaft außerhalb der Romanfiguren ermöglicht.
Doch was ist zu kritisieren? Ich bin absolut begeistert von Idee, Figuren, Sprache und Handlung, jedoch habe ich auch das Gefühl, dass die Autorin noch nicht das komplette Potential ausgeschöpft hat. Ich erwarte mir viel von Band 2 und erhoffe noch eine weitere Steigerung, die nach diesem äußerst gemeinen Cliffhanger einfach sein muss.

Fazit:

Mit Delirium ist Lauren Oliver ein wunderbarer Auftakt ihrer ersten Reihe gelungen. Die Figuren sind dreidimensional und entwickeln sich mit jeder Seite weiter. Gepaart mit dem ansprechenden Schreibstil der Autorin ist die Handlung spannend erzählt, ohne oberflächlich zu sein oder zu wenig Einblick in diese Welt zu bieten. Ein Buch, das ich Freunden der Dystopie wärmstens ans Herz legen kann.

Bewertung:
(4/5)

Related Posts with Thumbnails

7 comments

  1. Jackie says:

    Hi Mädels,
    hab das Buch auch gerade fertig gelesen, nachdem ichs als Schnäppchen für 3,50 ergattern konnte!
    Allerdings muss ich sagen, kann ich mich eurer Begeisterung nicht wirklich anschließen. Ich finde das Buch ehrlich gesagt eher oberflächlich bzw. finde ich, wurde das Potenzial, das in dieser Idee und der von Lauren Oliver entwickelten Welt steckt, kaum ausgeschöpft und zwar wirklich so wenig, dass das ganze Buch langweilig wird. Die Handlung, die es beinhält, ist meiner Meinung nach absolut vorhersehbar und gleich der in zig anderen Büchern…
    Werde mir vermutlich trotzdem den zweiten Teil kaufen – die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt :)
    LG Jackie =]

  2. Steffie says:

    @Katha Ja auf Englisch ist es gewiss noch toller <3
    @Kari Ja, kaufen und lesen ist eine sehr gute Idee. Kann es nur empfehlen.

  3. Katha says:

    Ja, das glaube ich. Manche Geschichten, wie eben “Before I fall”, mag ich lieber lesen, Wort für Wort, als zu hören. Außerdem wollte ich eh wieder mehr englische Bücher lesen, da würde das ja passen ;)

  4. Kari says:

    Ooooh ich will es haben! Ich will, ich will, ich will! :) Mir hat ihr erstes Buch ja schon so gefallen, da komme ich an einer Dystopie von Frau Oliver nicht vorbei!

  5. Steffie says:

    @ Steffie Der Cliffhanger ist wirklich gemein. Aber er ist auch aushaltbar :D
    @ Katha Before I Fall habe ich als deutsches Hörbuch von Audble gehört. Das kann ich auf jeden Fall (trotz Kürzung) empfehlen, aber ich habe ein wenig bereut, dass ich es nicht mit den Augen gelesen habe.

  6. Steffie [steflite] says:

    Eine wirklich schöne Rezi! Ich hätte das Buch unglaublich gerne, aber diesen Monat sind meine Ausgaben schon bis auf den letzten Cent verplant… :-/ Zudem mache ich ja gerade eine Buchdiät.

    Aber ich wirklich richtig neugierig auf das Buch und freue mich schon, wenn ich es endlich lesen kann (nächsten Monat!!!). :) Fiese Cliffhanger mag ich zwar auch nicht so wirklich, aber das werde ich sicher aushalten ;)

  7. Katha says:

    Ach, das klingt prima^^ Allerdings werde ich wohl mit dem Lesen (bzw. kaufen) noch etwas warten, der Cliffhanger schreckt mich ein wenig ab^^ Aber dann könnte ich ja erstmal ihren Erstling “Before I Fall” ;) kaufen und lesen :)

Hinterlasse eine Antwort


*

:wink: :-| :-x :twisted: :) 8-O :( :roll: :-P :oops: :-o :mrgreen: :lol: :idea: :-D :evil: :cry: 8) :arrow: :-? :?: :!:

Anti-Spam Protection by WP-SpamFree